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Ohne Brot ist nur Not

 

Radio-Kurzfeature von Axel Gauster
Sprecher: Axel Gauster
Online-Text, Foto: Axel Gauster
© 2012 NGG-Region Aachen
Länge: 8'54"
Format: mp3pro 96kbps 44,1 kHz 16bit DAB JointStereo
 
Seite: 1 - 2 - 3
 

 

 

Brot ist als Grundnahrungsmittel aus dem Leben der Menschen nicht mehr wegzudenken.
Die Deutschen lieben ihr Brot. Nirgendwo in Europa wird mehr davon gegessen, als bei uns. Aktuell isst jeder Deutsche zirka 84 Kilogramm pro Jahr.1)
 
Das älteste Brot je gefundene Brot ist zirka 5.500 Jahre alt. Archäologen fanden es in der Schweiz. Es war wohl eher ein Fladen aus Mehlbrei. Der älteste Backofen ist 3.500 Jahre alt - gefunden in Anatolien.
Im alten Ägypten war Brot immer schon ein Grundnahrungsmittel. Es diente aber auch als Zahlungsmittel und Opfergabe.
Ein voll entwickeltes Bäckerhandwerk gab es in der römischen und griechischen Antike.
Eine römische Großbäckerei  konnte bereits vor zirka 2000 Jahren 36.000 Kilogramm Brot pro Tag herstellen. Die Römer brachten dieses Handwerk dann auch nach Mitteleuropa. 
Herbstfeier 2011 der NGG-Senioren
Ohne Brot ist nur Not
 
Brot, altgemanischen „brauđa“, althochdeutschen „prôt“, mittelhochsdeutschen „brôt“ steht für „Gegorenes“.
Die damalige Berufsbezeichnung: „Beck“ - das ist die Kurzform für „Becker“. Oder das althochdeutsche Wort „phistur“, „pfistur“, „Pfister“ - abgeleitet aus dem lateinischen „pistor“, „pistorius“ - das ist die Berufsbezeichnung für Bäcker oder Müller.2) Der Pfister war aber auch Getreidehändler. Heute sind Pfister, Beck, Becker, Pistorius auch Familiennamen.
 
Das Bezeichnung „Pfisterei“ steht für eine Bäckerei mit eigener Mühle. Sie stand vorwiegend in Klöster, Höfe und war Gemeinschaftseigentum. Das Wort stammt aus dem althochscheutschen Wortschatz „phistrîna“, „phistrîn“, „phistira“.
 
Die Bäcker und andere Handwerker wurden zirka 710 nach Christus dem alemannischen Gesetz Pactus Alamannorum und Lex Alamannorum3) und in den Verordnungen von Kaiser Karl dem Grossen aus dem Jahre 812 nach Christus erwähnt. Das war die sogenannte Capitulare de villis.4) Darin ging es um Schutz und Förderung dieser Berufe. Zu der Zeit arbeiteten die Bäcker überwiegend als Leibeigene und Klosterknechte an den Backöfen.
 
Ab dem 10. Jahrhundert war der Bäcker ein freier Berufsstand. Sie hatten aber meistens keine eigenen Backöfen. Das Brot wurde in den städtischen Öfen gebacken. Und die mussten die Bäcker sich teilen.
Hafer, Gerste und Roggen waren die Getreidesorten, aus denen Brot gebacken wurde.Im achtzehnten Jahrhundert war das Brot aus Weizen reiner Luxus. Am Ende dieses Jahrhunderts entstanden die ersten Brotfabriken, weil die ersten Bäckereimaschinen eingesetzt werden konnten.
 
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